Kalyana Yoga

Yoga Nidra Sankalpa: Kleine Veränderung - große Wirkung

Titelbild Blogartikel mit Überschrift und Foto einer liegenden Frau

In diesem Artikel erkläre ich dir anhand von Beispielen die negative Wirkung von Stress auf deinen Körper und wie du mit nachhaltigen, kleinen Veränderungen im Alltag eine große Wirkung hinsichtlich deiner Gesundheit und deines Wohlbefindens erreichen kannst. Du erfährst außerdem, wie du mit Yoga und Yoga Nidra, insbesondere mit einem Sankalpa, gesunde Gewohnheiten für dich schaffst und die Stress-Spirale unterbrichst.

Zeit für eine Bestandsaufnahme

Es ist März, es wird Frühling und mein Bulli darf endlich wieder aus der Garage. Meine Jungs und ich freuen uns unheimlich auf die nächsten kleinen und größeren Camping-Abenteuer.

Wären da nicht die nötigen Reparaturen, die nach der Winterpause sichtbar werden. Eine Größere zeigt sich an der Schiebetür, die sich von innen nicht mehr öffnen lässt. Der aufwändige Ausbau der Türverkleidung und des -schlosses offenbart den Defekt: ein kleiner Stift an einem Plastik-Clip ist abgebrochen. Unscheinbar klein und hat doch so eine große Wirkung.

silberner VW T5 vor zwei Bäumen ohne Blätter
Mein Bulli Sylvester

Was hat ein Auto mit deinem Wohlbefinden zu tun?

Ich weiß, die Analogie zum menschlichen Körper hinkt ein wenig. Dennoch erinnert mich der abgebrochene Stift an kleine Dinge im Alltag, die – wenn sie langfristig fehlen oder ignoriert werden – eine negative Wirkung auf das Wohlbefinden haben können.

Vielleicht kennst du folgende Situationen aus deinem Alltag?

  • Da ist diese eine Sache für die Arbeit, die du fertigbekommen möchtest. Um es zu schaffen, opferst du ein paar Stunden Schlaf am Abend und stehst dennoch zur selben Zeit am Morgen auf. Kein Problem!
  • Weil du viel am Schreibtisch sitzt, meldet sich mehr und mehr dein unterer Rücken. Ein kurzer Spaziergang wäre toll, doch statt dich zu entspannen oder zu bewegen, nimmst du eine Schmerztablette und bleibst sitzen. Die Arbeit soll gemacht sein.
  • Dein Kind ist krank und du versuchst dennoch zu arbeiten, um deiner Pflicht nachzukommen. Kleine Pausen entfallen, kreisende Gedanken nehmen zu und dein Nacken ist spürbar verspannt.

Dir fällt bestimmt noch mehr ein, oder? Kurzzeitiger Stress, der nach Ausgleich ruft! Z.B. ein paar Minuten durchatmen, ein kleine Siesta, sanfte Bewegungen, Räkeln und Strecken.

Kurzfristig sind stressige Situationen oder Phasen sicher kein Problem für dich. Unser Körper ist ein Wunderwerk, der sehr vieles zeitweise kompensieren kann und sich selbst reguliert mittels Homöostase. Dein Körper strebt immer ein Gleichgewicht der Körperfunktionen an.

Aber auch er hat seine Grenzen. Langfristig kann dein Wohlbefinden und deine Gesundheit zunehmend unter mangelnden Pausen, fehlender Entspannung und Bewegung leiden.

Die Stress-Spirale schadet langfristig deinem Körper und deiner Psyche.
Frau am Laptop, dunkles Bild, deprimiert, Gesicht in den Händen

Vielleicht kennst du auch folgende oder ähnliche Situationen:

  • Aufgrund der vielen Dinge, die du zu erledigen hast, setzt du keine Prioritäten mehr: alles ist gleich wichtig und du bist davon überzeugt, dass du alles möglichst rasch und parallel abarbeiten solltest.
  • Dir raucht zunehmend der Kopf und du kannst kaum mehr klare Gedanken fassen.
  • Du spürst immer mehr Unruhe und greifst großzügig zu Süßigkeiten o.ä. oder scrollst ohne klares Ziel an deinem Smartphone.
  • Du bemerkst ängstliche, unsichere Gedanken, Selbstzweifel nehmen zu und du wunderst dich, dass du dich auch über großartige Dinge nicht mehr so richtig freuen kannst.
  • Du findest schwer in den Schlaf und/oder liegst nachts wach.
  • Dein Körper meldet sich mit Schmerzen: stechende Schmerzen im unteren Rücken, pochende Kopfschmerzen, deine Schulter fühlt sich wie festgeschraubt an. Etwas sitzt dir im Nacken.

Die leise Stimme in deinem Inneren, deine Intuition, die dir wiederholt gesagt hat: „lass es sein, mach eine Pause“ hörst du in solchen Momenten kaum oder gar nicht mehr. Und du machst weiter.

Erwachsener mit Kopf auf dem Tisch unter aufgeklapptem Buch mit zerrissenen Zetteln und einer Brille

Um auf mein Beispiel mit dem Bulli zurückzukommen: Die Schiebetüre wurde allein im vergangenen Jahr unzählige Male von außen und innen betätigt. Das Abbrechen des Stiftes hat sich immer wieder angedeutet. Kein Wunder, das der Plastik-Clip bei so viel Stress und Belastung nicht Stand gehalten hat und nach 15 Jahren abgebrochen ist. Das Ersatzteil war zwar nicht leicht zu finden, aber mittlerweile habe ich (auf Vorrat) ein kleines Tütchen mit verschiedenen Clips – für alle Fälle.

Was tust du, um die Stress-Spirale zu durchbrechen?

Ähnlich wie der Plastik-Clip, der einfach einen Teil hat abbrechen lassen, kann auch dein Körper lauter werden in Form von Symptomen, die sich nicht mehr ignorieren lassen: Bluthochdruck, Bandscheibenvorfälle, Migräne, Allergien … you name it. Wobei natürlich nicht pauschal alle Krankheiten ihren Ursprung im Stress haben, das wäre zu einfach gedacht.

Das Türschloss am Bus kommt um die Belastung nicht herum, wenn der Bulli on tour ist. 

Aber du schon! 

Hier hinkt nämlich der Vergleich Fahrzeug – Mensch, denn für dich und deinen Körper hast du die Wahl!

Das Tückische daran ist, dass sich mit steigendem Stress mehr Gedanken einschleichen wie z.B.: „alle anderen können Pause machen, ich nicht!“, „ich kann mir eine Pause nicht leisten…“ oder „bloß nicht nachlassen, da muss ich jetzt durch!“

Also was tun? – Oder nicht mehr tun?

Was tust du, wenn du die ersten Symptome bemerkst?

  • Ignorieren?
  • Die Zähne zusammenbeißen?
  • Für Ausgleich sorgen?
  • Etwas verändern? (sofern das ad hoc möglich ist)
Frau von hinten mit Händen am Rücken wegen Rückenschmerzen

Was hältst du von einem Tütchen voll kleiner individueller Maßnahmen im Alltag, die rasch eine Verbesserung bewirken – bevor dein Körper oder Geist sich lauter melden? Eine kleine Sammlung gesunder Veränderungen, die du nach und nach angehst?

Mein Mittel der Wahl möglichst gleich beim ersten Unwohlsein: Yoga in all seinen Facetten.

Hast du Lust mehr zu erfahren? Dann lies weiter.

Yoga als Stressmanagement-Methode: wie kann mir das gelingen?

Ein guter Einstieg und auch Inspiration für Neues kann ein Hatha Yoga Präventionskurs sein. Yoga Nidra gibt es ebenfalls in Kursform. Aktuelle Angebote findest du auf meiner Terminseite. In meiner 3 + 3 = 7 Challenge findest du ebenfalls eine kurze Yoga Nidra Einheit. Zugriff erhältst du automatisch nach Anmeldung bei meinem Newsletter.

Falls du im Moment ein akutes Problem hast, für das du Begleitung im Yoga suchst, melde dich gerne für ein 1:1 Yoga Coaching.

Ganz wichtig: Yoga ersetzt keine schulmedizinische Beratung und Begleitung! Es kann sehr gut ergänzen und dich insbesondere mental stärken. Es gibt akute Probleme, die ganz eindeutig kontraindiziert sind, um Asanas (Körperübungen) zu üben. Also verzichte besser auf Eigentherapie mit Youtube-Videos und konsultiere einen Arzt oder Physiotherapeuten. Bevor du dich für einen Kurs anmeldest, sprich bei Beschwerden auf jeden Fall mit der Yogalehrerin/dem Yogalehrer.

Die gute Nachricht aus Sicht von Yoga: du darfst aus solchen Situationen lernen und etwas verändern.

Wie ich oben geschrieben habe, ist unser Körper ein Wunderwerk. Mit der richtigen Zuwendung kann er stressbedingte Krankheitssymptome lindern und wieder heil werden. Die Werte der Yogaphilosophie können ein starker mentaler Anker sein, um dran zu bleiben.

Frau in schwarzer Sportkleidung, die am Strand in die Luft springt, Arme und Beine weit gegrätscht.

Meine Erfahrungen mit Yoga Nidra – mein Warum

Aus eigener Erfahrung weiß ich, dass auch ein sehr schwerer, sequestrierter Bandscheibenvorfall mit neurochirurgischer OP-Empfehlung auf konservative Weise behandelt werden kann. Mit den richtigen Maßnahmen ist dauerhafte Schmerzfreiheit möglich – begleitet von Yoga.

Yoga bietet eine Fülle an Möglichkeiten, einen Ausgleich für Körper und Geist zu schaffen. Entscheidend ist, die individuell passenden Techniken auszuwählen und regelmäßig zu üben.

Mein Rücken z.B. braucht heute (10 Jahre nach dem BSV) ca. 10 Minuten Zuwendung auf der Matte und entspannte Spaziergänge (10-30 Minuten).

Während der Akutphase des Bandscheibenvorfalls hat mir Yoga Nidra enorm geholfen, meine Schmerzen zu lindern – neben Krankengymnastik, manueller Therapie und Krafttraining.

Im Moment bin ich glücklicherweise in keiner Krise – und übe dennoch ganz gezielt, um mich zu entspannen und zu stärken.

Jetzt im Frühjahr achte ich im Alltag besonders auf ausreichend Schlaf: unter der Woche spätestens um kurz nach 22 Uhr schlafen und am frühen Nachmittag 20 Minuten Yoga Nidra. Kraftvolle Yoga-Haltungen am Morgen stärken mich innerlich, gut durch den Tag zu gehen.

Schon nach wenigen Tagen spüre ich eine deutliche Verbesserung: ich bin zufriedener und entspannter. Mein Geist ist klar!

Schwebebalken am Waldrand mit Elisabeth Blässing, die darauf das Asana Virabhadrasana III übt

Yoga Nidra kann dein Wohlbefinden ganz wesentlich verbessern

Was aus meiner Sicht ganz besonders für Yoga Nidra als Entspannungsmethode spricht: Auch wenn du eine große Unruhe spürst und das Gefühl hast, dass dich nichts entspannt, kannst du dir eine kurze geführte Yoga Nidra Einheit anhören oder dir Gedanken zu einem passenden Sankalpa machen.

In Situationen, in denen dir Bewegung schwerfällt oder du eine akute Verletzung oder Erkrankung hast, kannst du Yoga Nidra üben. Im Liegen (Rücken, Seite, Stufenlagerung) oder bequem angelehnt im Sitzen.

Du brauchst nicht unbedingt Vorkenntnisse in Hatha Yoga (Körperübungen), um einfach zu starten.

Einzelne Elemente eignen sich z.B. auch hervorragend als mentaler Anker bei einer MRT Untersuchung oder beim Zahnarzt.

Das Sankalpa, der persönliche Vorsatz, kann gezielt zum Stressmanagement eingesetzt werden.

Folgende Sätze eignen sich als Sankalpa zur Stressreduktion

  • Ich gehe einen Schritt nach dem anderen.
  • Ich entscheide mich, gut zu mir zu sein.
  • Ich darf sein.

Probiere es gleich aus: such dir einen Satz aus, schließe deine Augen für einen Moment und spüre, wie sich die Worte für dich anfühlen. Vielleicht fällt dir für dich noch etwas Persönlicheres ein?

Wenn du der Idee skeptisch gegenüberstehst, probiere doch einmal folgendes: erinnere dich an einen (negativen) Satz aus deiner Kindheit. Etwas, das du damals von einem Erwachsenen gehört hast. Überlege, welchen Einfluss dieser auf dein bisheriges Leben gehabt hat.

Titelbild Blogartikel mit Überschrift und Foto einer liegenden Frau

Yoga Nidra Ausblick: Wie kann ich tiefer einsteigen?

Ich bin in den vergangenen Jahren ein richtiger Yoga Nidra Nerd geworden und es ist mir eine Herzensangelegenheit, diese Technik weiter zu verbreiten. Daher bin ich im Moment dabei, ein Yoga Nidra Starter-Kit zusammenzustellen. Klingt spannend? Dann melde dich zum Newsletter an, dort erfährst du es als erstes, wenn es verfügbar ist.

„Weniger tun, mehr (Bewusst-)Sein.“ Dieser Satz beschreibt für mich die Wirkung von Yoga Nidra. Tief entspannt und erholt habe ich die Kraft, die Dinge anzugehen, die ich leben möchte und bewusst das sein zu lassen, was ich nicht mehr möchte. Wünschst du dir das auch?

Eine kleine Veränderung in deinen Gewohnheiten, bewusste Tiefenentspannung mit langfristig großartiger Wirkung. Hast du Lust? Dann starte noch heute!

Schreibe mir gerne in die Kommentare, wenn du Fragen zu Yoga und/oder Yoga Nidra hast. Mich interessiert ebenfalls deine Erfahrungen mit Stress und dein Umgang damit. Du hattest beim Lesen eine Idee, was dir helfen kann? Dann lass es mich gerne wissen. Ich freue mich auf Austausch mit dir 😊

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